Mein Kleiderschrankprojekt (4)

Nach langer, langer Pause geht es nun endlich weiter mit dem finalen Beitrag!

Wer den aktuellen Stand vergessen hat darf gern nochmal nachlesen 😀

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Balance

Im Buch werden alle Kleidungsstücke in drei Kategorien eingeteilt:

Basics, Key-Pieces und Statement-Pieces

Im Grunde ist das Ganze eine Abstufung nach Kombinierbarkeit:
Basics passen irgendwo zu allem und dienen als Grundlage.
Key-Pieces sind gut kombinierbar, bilden aber den Stil deutlich ab
Und Statement-Pieces.. sind halt Statement-Pieces.

Diese sollten sich gegenseitig die Waage halten um höchstmögliche Kombinierbarkeit zu garantieren und zu beachten ist, dass die Kategorien nicht für jeden gleich sind. Für manchen ist ein buntes T-Shirt schon ein Statement-Stück, andere fühlen sich im Abendkleid noch underdressed – überspitzt ausgedrückt.

Soweit so einfach. Nun will aber der (zukünftige) Schrank-Inhalt diesen Kategorien zugeordnet werden. Dafür sollte nochmal die Inspirationssammlung durchgegangen und jeweils ein paar Stücke aufgelistet werden. Ich habe sowohl bereits vorhandene als auch potenziell zukünftige Stücke aufgelistet:

Key Pieces

  1. Trägerkleid mit Stickerei (neutrale Farbe)
  2. Etuikleid mit Sternenhimmel-Print
  3. Schuppenpullover (neutrale Farbe)
  4. Strumpfhosen mit Muster (grau/schwarz)
  5. Voodoo Tuch (neutrale Farbe)
  6. Mottentop
  7. Bandshirts

Statement Pieces

  1. Kleid mit gestickten Drachenschuppen (s. Make-Nine-Pläne)
  2. Bunte Strumpfhosen/Leggings
  3. Generell buntes
  4. ???
  5. ???

Basics

  1. langer, schwarzer Strickcardigan
  2. langer, feiner Cardigan (z.B. mein Sturmcardigan)
  3. Blusenoberteil aus fließendem Stoff, schwarz | so in der Art (Schnitt)
  4. Schwarze Strumpfhosen
  5. Mottenrock

Nach meiner Definition hab ich wohl zu viele Statement-Pieces – und noch dazu die falschen. Vor allem seit die Sommergarderobe wieder im Schrank ist sind viele ‘Altlasten’ mit eingezogen – in meinem Fall bunte/helle aber eigentlich eher langweilige Stücke die sich zwar miteinander tatsächlich ganz gut kombinieren lassen, in meiner Wunschgarderobe aber eher fehl am Platz wirken.

Ein Mangel besteht insbesondere an Key-Pieces. Bei den Basics hängt es von der Kategorie ab, wobei ich auch den Übergang zwischen beiden Kategorien als sehr fließend empfinde. An Cardigans herrscht z.B ein absoluter Mangel – für jede Jahreszeit übrigens. Röcke sind soweit ausreichend – auch wenn die vorhandenen noch nicht perfekt sind. Ein bisschen muss ich auch bei meinen Strumpfhosen aufstocken. Und eine schwarze Bluse wäre ein echter Lückenfüller – für den Schnitt hab ich sogar schon eine Idee. Gerade bei Basics muss ich allerdings drauf achten, dass sie dann eben nicht wieder langweilig werden. Irgendeine kleine Besonderheit, die sich aber leicht verstecken lässt wenn sie grad nicht passt ist essentiell. Bestes Beispiel ist (wieder) der Mottenrock. Die Stickerei wertet das Outfit auf, aber ich kann ihn auch einfach mit einem Gürtel tragen (der durch die vorhandenen Gürtelschleifen sogar an Ort und Stelle bleibt) und hab dann einfach einen schlichten, schwarzen Rock. Alternativ ein Detail was zu allem passt.

Der Hauptunterschied zwischen Basics und Key-Pieces ist in meinem Fall tatsächlich genau dieser Punkt. Die Versteckbarkeit der Besonderheit 😀

Was jetzt noch fehlt ist eine Farbpalette und dann will alles zusammen gebracht werden. Die Farbpalette ist ähnlich unterteilt wie die Kleidungsstücke – ich habe den Kategorien etwas andere Bedeutungen verliehen als das Buch das vorgibt. Dort ist die Palette in drei Stücke unterteilt: die Hauptfarben die den Stil widerspiegeln, die Neutrals um die anderen Farben auszubalancieren und die Akzente.

Ich hab das Ganze ein bisschen umsortiert. Meine Hauptfarben sind diejenigen die ich bedenkenlos zu (fast) allem kombinieren kann und die mittelfristig den größten Teil meiner Kleidungsstücke ausmachen sollen, also schwarz, dunkelgrau und etwas weniger dunkles grau 😀

Color-Palette

Als Neutral dient bei mir ein kühles Dunkelbraun, hat hier aber eine etwas andere Funktion (nur keinen besseren Namen bekommen), es ist nämlich meine Alternativ-Hauptfarbe. Wenn ich Lust auf etwas erdigere Kombinationen habe und mir der Kontrast vom schwarz zu viel ist kann ich die schwarzen Töne einfach durch braun ersetzen und die Gesamtstimmung ist gleich eine andere.

Dann kommen die Akzentfarben, die im Grunde genau das tun wonach sie benannt sind. Akzente setzen. In meinem Fall sind die Farben relativ neutral und lassen sich durchaus auch untereinander ganz gut kombinieren sofern dies gewünscht ist.

Wichtig – und das gilt für alle Farben: Sie müssen zum einen dunkel sein und zum anderen gedämpft. Mit Knallfarben kann ich überhaupt nichts anfangen und sie tun mir außerdem keinen Gefallen. Bei Schmuck oder kleineren Verzierungen ist diese Regel nicht ganz so strikt einzuhalten. Aber da dies ohnehin meine bevorzugten Töne sind sollte das nicht allzu schwer sein.

Dazu habe ich einen Extra-Punkt für Schmuck/Metalle geschaffen. Dunkleres Silber und schwarzes Eisen. Dazu Edelsteine, bevorzugt weiße (speziell bei z.B. längeren Ketten ist das nicht unwichtig, wenn ich da Eisen nehme sieht man nicht mehr viel davon :D)

Diese Palette ist nicht Stein gemeißelt. Sie dient als Anhaltspunkt um mir eine Orientierung zu verschaffen in welche Richtung es gehen soll. Ausnahmen von der Regel wird und soll es geben.

Allmählich nähern wir uns dem Ende dieser Serie – warum hab ich nur solange mit diesem Beitrag getrödelt? Was jetzt noch fehlt ist das Zusammenbringen der Einzelteile und dann die Umsetzung.

Um die essentiellen Stücke mit der höchsten Priorität zusammen zu bringen wurde erneut mit Outfit-Formeln gearbeitet. Diesen Punkt hab ich beim letzten Mal schon geschwänzt, weil ich das verflucht schwierig finde und entweder am Ende mit leeren oder kilometerlangen Listen dastehe. Diesmal hab ich mich aber dran gesetzt und am Ende radikal aufgeräumt, sodass ich nun auf drei (3) Formeln gekommen bin die in der näheren Zeit bevorzugt werden:

  1. Mini-Kleid + langer Cardigan
  2. Weites Kleid + Gürtel + kurzer Cardigan
  3. Bluse + Trägerkleid

Ich hab mich dabei auf das wichtigste beschränkt und Schmuck zum Beispiel komplett weggelassen. Oft neige ich nämlich dazu mich dann zu strikt an diese Vorgaben zu halten und gar nicht mehr zu experimentieren. Umgekehrt besteht allerdings die Möglichkeit, dass ich von der Fülle an Möglichkeiten wieder überfordert bin und ebenfalls nicht experimentiere. Es bleibt nur ausprobieren und dann Fazit zu ziehen.

Ich denke ich werde noch einen fünften Teil veröffentlichen und eine Übersicht der Outfits zu basteln die ich mit den vorhandenen Sachen umsetzen kann. Es bringt nämlich gar nichts wenn ich euch jetzt aufzähle was ich alles passenderweise (oder auch nicht) in meinem Schrank habe wenn ihr keine Bilder dazu habt.

Da ich aber Bilder im Kopf habe und es vermutlich ein bisschen dauert bis alle Möglichkeiten durchgearbeitet hab gibt es hier die abschließende Liste mit Projekten die Priorität haben, damit ich es hoffentlich irgendwann schaffe endlich meinen Wunsch-Stil zu leben 😀
Die Stücke sind, wie meistens eher einfach gehalten – Details kommen dazu wenn ich wirklich aktiv daran arbeite, sonst verwirre ich mich nur selbst. Außerdem ist die Liste zwar nach Prioritäten unterteilt, ich halte mich aber nicht zwingend stoisch daran.

Hohe Priorität

  • Cardigan | schwarz | kurz
  • Etuikleid | schwarz | kurz

Mittlere Priorität

  • Blusenshirt | schwarz
  • Trägerkleid | grau mit Stickerei
  • Enges Oberteil | Webware | schwarz | cropped (?)
  • (Leder)-hose

Niedrige Priorität

  • (Fell-) Weste

Das war’s erstmal. Ich hoffe euch hat die nicht ganz so kleine Serie gefallen, mir hat sie auf jeden Fall viele Erkenntnisse beschert und ich kann mir gut vorstellen sie in (mehr oder weniger) regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Wenn auch dann vielleicht nicht ganz so ausführlich 😀
Ein Punkt ist mir auch bereits aufgefallen, der sich verändert hat. Meine Pläne sind beständiger. Ich hatte das Projekt Ende des letzten Jahres schon einmal angefangen und z.B. meine Make-Nine-Pläne daran ausgerichtet. Bis dahin war ich zum Beispiel sehr leicht zu beeinflussen wenn ich andere Nähblogs gelesen habe und meine Wunschprojekte haben sich praktisch stündlich geändert. Mittlerweile sind sie ziemlich beständig. Meine Jahrespläne passen immer noch und ich hab nicht den Drang alles über den Haufen zu werfen. Außerdem kann ich anderer Leute Blogs lesen und muss trotzdem nicht alles nachbauen was ich zwar toll finde, mir aber an mir nicht gefallen würde. Ein klasse Gefühl!

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