Frühlingsanfang im Wollpullover…

… leider ohne Frühlingsjäckchen. Mit dem komme ich nämlich nach wie vor mehr schlecht als recht voran und dass ich gestern morgen den angefangenen Ärmel wieder aufgeribbelt und neu angefangen habe hilft jetzt nicht unbedingt.

Ein paar Worte möchte ich trotzdem gern noch dazu verlieren. Seit dem letzten Stand vom zweiten Treffen (das letzte habe ich mal wieder geschwänzt, gab ja doch nichts vorzuzeigen) habe ich ein Ärmelchen angefangen. Das wars. Stattdessen hab ich mich erfolgreich gedrückt und mich anderen Handarbeiten gewidmet. Ein paar Kleidungsstücke sind fertig geworden die schon ewig in der UFO-Kiste liegen und ein Stickprojekt ist ebenfalls beendet. Und wenn ich mich an meiner UFO-Kiste vergreife muss die Alternative mich wirklich nerven. Aber dieses Muster macht mich auch einfach wahnsinnig, ein Spaßprojekt ist es definitiv nicht mehr. Allerdings hab ich jetzt auch zu viel Zeit reininvestiert um aufzugeben. Außerdem hätte ich wirklich wirklich gerne einen Drachenpulli im Schrank. Mal schauen ob ich zum Finale der Herzen wenigstens einen halben Pullover schaffe.

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Jepp, das ist der aktuelle Stand. Am Körper hat sich nichts verändert, der liegt nach wie vor halbfertig rum und wartet auf Ärmel.

Wer jetzt nur für den Jäckchen-Stand hier war ist hiermit erlöst, wer allerdings meinen neuesten Pullover angucken möchte ist herzlich eingeladen weiterzulesen.

Wenn ich schon mit meinem Frühlingsjäckchen nicht wirklich voran komme, dann wenigstens mit meinem ersten MakeNine-Projekt für dieses Jahr. Der Plan war einen schlichten, leicht oversized geschnittenen Wollpullover zu stricken und was soll ich sagen? Genau das ist es geworden.


Strickmuster | Keins
Ravelry-Projekt | Hier entlang
Garn | Istex Lettlopi (Heather Black & Heather Pine Green)

knit sweater lineart

Der Pulli ist gestrickt aus Istex Lettlopi in den Farben “Black Heather” und “Pine Green Heather”, beides wunderschöne Farben die sich auch in der Kombination ganz wunderbar machen. Durch die melierte Färbung entsteht der schön rustikale Effekt, der für mich essentiell war bei diesem Stück. Das schwarze Garn ist bis auf den letzten Rest verbraucht, vom grünen hab ich gut ein Knäuel über. Es ist nicht die weicheste Wolle, das soll sie auch nicht sein, aber ich kann den Pullover inzwischen problemlos nur mit Unterhemd tragen. Beim ersten Versuch hat er gejuckt wie nichts gutes, aber beim zweiten Mal anziehen war ich schon dran gewöhnt. Faszinierend, dass mir das alles keine Probleme bereitet obwohl ich sonst gern die Empfindlichkeit in Person bin.

Wie meistens ist der Pulli in Stücken gefertigt und dann zusammengenäht, aber – Premiere – diesmal ohne Anleitung. Das war allerdings ganz und gar kein Hexenwerk. Da ich die Werte auch sonst immer an meine eigenen Maße anpasse ist das rumhantieren mit der Maschenprobe für mich bereits Routine und hat keine Schwierigkeit dargestellt.

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Bei den Ärmeln hingegen habe ich es mir einfach gemacht. Da ich ohnehin leicht überschnittene Schultern wollte habe ich eine Abwandlung des einfachen geraden Ärmels gestrickt. Um nicht die gesamte Menge Stoff unterm Arm zu haben habe ich an der Unterkante des Armlochs, dort wo man normalerweise mit dem Formen beginnen würde in einer Reihe mehrere Maschen abgenommen. Damit der Ärmel dann auch rein passt, hat dieser an der Oberkante ein gerades Stück in der gleichen Länge spendiert bekommen. Ich war damit vielleicht etwas zaghaft, allzu groß ist der Effekt in meinem Fall nämlich nicht.

Zur Veranschaulichung habe ich mal meine Zeichnung mit hochgeladen, ich weiß leider partout nicht mehr wo ich diese Technik aufgeschnappt habe.

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Gestrickt habe ich dann stur glatt rechts, mit Ausnahme der 2×2 Rippenbündchen an Saum und Ärmeln. Wenn man zu genau hinguckt sieht man, dass der grüne Streifen auf Brusthöhe etwas breiter ist als die anderen – nicht aufgepasst? Nein, eine FBA aus verkürzten Reihen fällt doch etwas auf. Mich stört es aber definitiv weniger ein vorne hochziehender Pullover. Wobei ich mich schon frage ob es eine Möglichkeit gibt das Muster ungestört weiterzuführen?

Was mir dann letztlich aber doch noch Kopfzerbrechen bereitet hat war der Halsausschnitt. Der wurde nämlich immer zu klein, aber stur wie ich war wollte ich natürlich auch um jeden Preis den Ausschnitt im Rippenmuster. Dass ich dann den Kopf nicht mehr durch bekommen habe – egal – irgendwie muss das gehen! Nach dem dritten oder vierten Versuch hab ich aufgegeben und einen I-Cord angestrickt. Gefällt mir mittlerweile auch.

Das zweite Hindernis waren die etwas zu kurzen Ärmel. Ich hatte sie schon extra etwas verlängert weil mir beim ersten Versuch das Bündchen dann doch etwas zu eng war und ich deshalb ohnehin ein Stück geribbelt habe. Aber, und hier kommt schon wieder der Dickkopf zum Vorschein: Ich wollte unbedingt, dass die Ärmel mit einem schwarzen Streifen enden. Ganz davon abgesehen, dass das schwarze Garn knapp wurde hätte ich allerdings noch einen ganzen Streifen grün dazwischen setzen müssen um keinen monströs breiten schwarzen Streifen zu bekommen, dann wiederum wären mir die Ärmel aber zu lang zu geworden. So hab ich mich für den Mittelweg entschieden und einen etwas breiteren schwarzen Streifen gestrickt, hab dafür aber relativ kurze Ärmel. Dafür sind sie aber immerhin kurz genug, dass ich sie nicht dauernd nach oben schieben muss. Hat doch alles auch seine Vorteile.

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Ok, aber wenn ich mit aufs Bild muss will ich wenigstens doof aussehen!

Der Pullover ist wunderbar warm und das perfekte Kleidungsstück für solche besonders morgenmuffeligen Tage an denen ich liebsten eingewickelt in meine Bettdecke zur Arbeit gehen würde. Gerade dann liebe ich schön lockere und kuschelige (ok, das kuschelig ist in diesem Fall dann doch gelogen) Kleidungsstücke. Allein dieser Tatsache hat der Pulli es verdanken, dass er doch recht häufig getragen wird obwohl er ein großes Manko hat – ich hab nichts passendes dazu anzuziehen. Vielleicht ist es der ein oder anderen schon aufgefallen dass ich – zweite Premiere – Leggings trage. Und dann nicht mal meine eigenen sondern geklaute von meiner Schwester.

Der eigentliche Plan war, dass sich der Pullover wunderbar zu meinem schwarzen Rock macht, den ich euch nächste Woche vorstellen werde. Was ich aber feststellen musste als ich dann voller Vorfreude beides zusammen angezogen habe – die Silhouette ist furchtbar. Immerhin ging mir das jetzt endlich mal auf, nachdem ich mich den ganzen Winter schon gefragt habe warum mir die Kombination die ich immer mit viel Freude angezogen habe irgendwie nicht so richtig gefällt. Dazu gibt es aber in Kürze nähere Details wenn ich endlich meine Stilfindungs-Serie veröffentliche. Diesmal wirklich.

Jedenfalls verlangt der Pullover nach engen Unterteilen, ich brauche also mehr enge Röcke und dritte Premiere – Hosen. Es hat sich ja in meinen MakeNine-Plänen schon angedeutet, dass ich allmählich doch wieder Interesse an selbigen entwickele, nachdem ich sie jahrelang keines Gedankens gewürdigt hatte. Aber mittlerweile reizt es mich doch immer öfter mal nach einer Hose zu greifen. Hab nur keine – bis auf die geklaute 😀

Außerdem sind Leggings in meiner Welt keine Hosen…..

Übrigens – vierte Premiere – Drinnenbilder. Ich hab in der letzten Zeit richtig Lust gehabt mal wieder mit der Kamera zu spielen und dass unser saucooler Wandvorhang unbedingt mal als Hintergrund herhalten muss stand auch schon langer auf meiner Agenda.
Nachdem es auf dem begrenzten Platz dann aber doch schwer wurde mit dem 50mm-Objektiv, das seit seinem Einzug kaum noch die Kamera verlassen darf, auch mal den ganzen Pulli aufs Bild zu bekommen hab ich bei der Gelegenheit das Kitobjektiv mal wieder rausgekramt. Ich wollte ohnehin längst mal mit anderen Brennweiten rumhantiert haben um zu schauen welche mir noch so liegen. Vielleicht kommt das demnächst mal wieder öfter zum Einsatz.

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Verlinkt beim FJKA 2021

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